Öhringen

26. Juni 2014

 

Schale schützt vor Schäden

ÖHRINGEN Landesweite Radhelmkampagne macht Station am HGÖ

Ich hab’ gar nicht gewusst, dass unser Gehirn wie Pudding aussieht und so empfindlich ist.“ Paulina ist sichtlich beeindruckt, von dem, was sie gerade erfahren hat. Die Zwölfjährige hat mit Klassenkameraden einen Film gesehen, in dem der Tübinger Professor und Neurochirurg Dr. Martin Schumann über schwere Hirnschäden durch Fahrradunfälle informiert. Die Sechsklässlerin hat erfahren, dass jedes Jahr bundesweit mehr als 65000 Fahrradfahrer verunglücken und noch viel zu wenige sich mit einem Helm schützten. Das kann Paulina allerdings nicht passieren. „Ich trag’ immer Helm, sonst dürfte ich nicht fahren“, erzählt sie. Weil aber längst nicht alle Radler so vernünftig wie das Bretzfelder Mädchen sind, wurde nun die landesweite Radhelmkampagne „Schütze dein Bestes“ gestartet. Auf dem Schulhof des Hohenlohe-Gymnasiums und in der Aula waren Infostände und mehrere Geschicklichkeitsparcours aufgebaut.

Geschick 360 Sechst- und Siebtklässler des HGÖ hatten den ganzen Tag über die Gelegenheit, sich im Gespräch mit Fachleuten zu informieren und auch das eigene Geschick unter Beweis zu stellen. Den Öhringer Aktionstag hatten Anja Zerbe (Volksbank Hohenlohe), Lehrerin Vanessa Schweinfurth (Beauftragte für Verkehrssicherheit am HGÖ), Polizeihauptkommissar Roberto Monaci und Polizeihauptmeister Thomas Handel (beide Polizeipräsidium Heilbronn) vorbereitet.

Zu den Highlights des Aktionstages gehörten Vorführungen von Markus Stahlberg. Der Fahrrad-Trial-Profi zeigte waghalsige Kunststücke mit seinem Bike. Über Paletten und auch über die Tischtennisplatte auf dem Schulhof balancierte und sprang er. Der Radprofi tat dies gut geschützt mit einem Helm auf dem Kopf. „Das Helmtragen gehört zum Fahrradfahren. Es ist wie Schuhetragen“, sagte er. Den Schülern rief er zu: „Ihr müsst Helm tragen.“ Das war auch das Credo der vielen Fachleute an den acht Info-Stationen. Sie stellten das Wissen der jungen Leute auf den Prüfstand oder erzählten den Jugendlichen, dass ein Fahrradhelm eine Verdoppelung der Schädeldecke, also einen doppelten Schutz, bedeute. An einem Stand durften die Schüler gar mit einem Gummihammer auf ein Simulationsmodul schlagen. Mittels Computertechnik wurde gemessen, wie schwerwiegend die Kopfverletzung bei einem Radunfall gewesen wäre.

Staunen Am Stand der Polizei konnten die Jugendlichen die eigenen Fahrradhelme richtig einstellen lassen oder mit dem Fahrrad einen Geschicklichkeitsparcours durchradeln. Beim DRK lernten sie, was in die Erste-Hilfe-Tasche am Fahrrad rein gehört. Beeindruckt von dem, was die Fachleute mitzuteilen hatten, war auch Kathrin Schunn (16). „Dass so viele Leute sterben und dass vieles davon abhängt, ob man einen Helm trägt“, ließ die Schülersprecherin staunen. Und wie sieht es bei der Zehntklässlerin mit einem Helm aus? „Ich werde es mir jetzt schon überlegen, einen zu tragen. Ich hab’ ja noch einen.“

Quelle: Hohenloher Zeitung, Redakteur: Regina Koppenhöfer

Radprofi Markus Stahlberg zeigte waghalsige Sprünge. Sechstklässler Dennis ließ sich mutig in die Vorführung einbinden.